Tagesplanung für Minimalisten – die Ive-Lee-Methode

Ob du es glaubst oder nicht, diese Methode der Tagesplanung für Minimalisten ist 100 Jahre alt und nennt sich „Ive-Lee-Methode“. Ich weiß nicht, ob sich die Geschichte dahinter wirklich so abgespielt hat, aber wenn es so war, dann ist das genial.

In diesem Artikel verrate ich dir die Hintergrundstory zur Ive-Lee-Methode, du lernst dieses extrem einfache und effiziente System der Tagesplanung kennen und am Ende des Artikels erfährst du mein Testergebnis dieser Methode.


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Tagesplanung für Minimalisten

Diese Methode der Tagesplanung ist vor allem für Menschen geeignet, die sich nicht lange mit der Planung aufhalten wollen, sondern lieber gleich loslegen. Wenn du also zu den „planungsfaulen“ gehörst, dann ist dieser Artikel sicher etwas für dich. Aber auch wenn du gerne bis ins Detail planst, kannst du hier sehr viel für dich mitnehmen.

Ich persönlich würde mich irgendwo in der Mitte einordnen. Ich plane sicher nicht alles bis ins Detail, aber ich würde jetzt auch nicht sagen, dass meine Form der Tagesplanung für Minimalisten geeignet wäre. Wenn du mehr dazu erfahren willst, wie ich bei der Tagesplanung vorgehe, empfehle ich dir den Artikel Tagesplanung mit der Eisenhower-Matrix in der Mangold-Version.

Und wenn du die gesamte Strategie hinter der Wochen- & Tagesplanung erfahren willst, dann ist der Kurs „Wochen- & Tagesplanung, die hält“ auf SelbstmanagementRocks genau das Richtige für dich.

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Die Ive-Lee-Methode

Kommen wir jetzt aber zu dieser speziellen Methode der Tagesplanung für Minimalisten.

Die Vorgeschichte

Wir schreiben das Jahr 1918, in dem ein gewisser Charles M. Schwab sich Gedanken macht, wie er seine Führungskräfte produktiver machen kann. Charles M. Schwab ist zu diesem Zeitpunkt der reichste Mann der Welt und Eigner der Firma Bethlehem Steel.

Durch Zufall macht er Bekanntschaft mit dem Produktivitäts-Trainer Ive Lee und lädt ihn zu sich ins Büro ein. Er erzählt ihm, dass er sich selbst und seine Führungskräfte produktiver machen will und fragt Lee, ob er da nicht einen Tipp für ihn hätte.

Natürlich hatte Lee diesen Tipp und Schwab fragte ihn, was es denn kosten würde, wenn er ihn ihm und seinen Führungskräften verrät. Lee antwortete kurz und knapp: „Wenn er nichts bringt, dann zahlen Sie mir gar nichts. Und wenn er Sie und Ihr Team produktiver macht, dann wählen Sie im Anschluss einfach den Betrag, den er Ihnen wert ist.“

Natürlich war Charles M. Schwab damit einverstanden und so legten sie los.

Die Methode

Schwab versammelte seine Führungsmannschaft um Lee, der auch gleich begann, seine Methode der Tagesplanung für Minimalisten zu erklären:

  1. Nehmen Sie ein leeres Blatt Papier und schreiben sie 6 Punkte darauf, die Sie morgen erledigen wollen. Es dürfen aber eben maximal 6 Punkte sein.
  2. Reihen Sie diese 6 Punkte nach Wichtigkeit.
  3. Am nächsten Morgen arbeiten Sie diese Liste von oben nach unten ab.
  4. Wenn Sie nicht alle Punkte auf der Liste schaffen, übertragen Sie sie auf die Liste von übermorgen und füllen diese mit neuen Aufgaben wieder auf 6 Punkte auf.

Das Ende der Geschichte

Schwab war ebenso wie sein Führungsteam skeptisch, ob das denn klappen würde, aber sie wollten es versuchen. Drei Monate später rief Schwab Lee wieder in sein Büro und überreichte ihm einen Scheck über 25.000 US$ (heutiger Gegenwert etwa 500.000 US$). Du kannst dir also vorstellen, wie enorm die Ergebnisse der Ive-Lee-Methode gewesen sein müssen.

Warum die Ive-Lee-Methode so gut funktioniert

Es hat natürlich gute Gründe, warum diese Tagesplanung für Minimalisten so gut funktioniert:

Prioritäten setzen wird sehr einfach

Es dürfen ja nur 6 Aufgaben auf dieser Liste stehen, die dann nach Wichtigkeit gereiht werden. Du wirst also sehr schnell und einfach zwischen wichtigen und unwichtigen Aufgaben unterscheiden lernen.

Du wirst automatisch Entscheidungen treffen und du wirst automatisch lernen, viele Dinge zu eliminieren. Denn glaub mir eines, 6 Punkte sind extrem wenig.

Die Methode ist extrem simpel

Ein kleines Kind würde diese Methode binnen einer Minute verstehen. Man benötigt keine Zusatz-Tools und keine Programme, lediglich einen Stift und ein Blatt Papier! Außerdem kostet die Erstellung kaum Zeit. Deshalb sind sogar Planungsmuffel sehr schnell für diese Methode zu begeistern. Tagesplanung für Minimalisten eben.

Sie erlaubt kein Multitasking

Zuerst die erste Aufgabe, dann die zweite, die dritte usw.! Kein paralleles Abarbeiten, kein hin und her springen! Du hast den vollen Fokus auf diese eine Aufgabe und sonst nichts.

Mein Testergebnis der Ive-Lee-Methode

Ich habe diese Tagesplanung für Minimalisten in den letzten zwei Wochen intensiv getestet. Hier meine Erfahrungen, die ich damit gemacht habe:

Das Positive

  1. Diese Methode hört sich nicht nur einfach an, sie ist es auch!
  2. Sie kostet nur einen Bruchteil der Zeit, die ich für meine normale Tagesplanung benötige.
  3. Diese Methode macht Spaß.
  4. Sie minimiert tatsächlich das Multitasking. Es hört sich jetzt vielleicht ein wenig dumm an, aber alleine das Wechseln zu ToDoist, um eine Aufgabe abzuhaken, verleitet schon oft zum Multitasking. Der Zettel mit den 6 Aufgaben vor dir tut das nicht.
  5. Du bist gezwungen zu eliminieren und fokussierst dich damit noch viel mehr auf die wirklich wichtigen Aufgaben und Projekte.
  6. Du bist gezwungen, mehr Dinge zu delegieren, was natürlich auch einen enorm positiven Effekt hat.

Das Negative

  1. Offiziell sind es zwar nur 6 Punkte, aber im Kopf zerteilst du es dann ja doch wieder in Unterpunkte. Das heißt, es ist doch eine gewisse mentale Anstrengung da, um nichts zu vergessen.
  2. Ich habe tatsächlich ein paar Dinge vergessen! Die automatische Wiedervorlage zu gewissen Terminen, die ich in ToDoist habe, fällt bei der Zettel-Variante weg. Ja, klar könnte man das mit dem Kalender machen, was aber wieder eine Mehrarbeit verursacht.
  3. Ich habe das Gefühl, nicht zur Zielgruppe für diese Methode zu gehören. Ich bin eben eine One-Man-Show und keine Führungskraft, die unter sich jede Menge Mitarbeiter hat. Bei mir ist es nicht so einfach, Dinge zu delegieren wie bei einer Führungskraft. Und Delegieren ist doch zentrales Thema, um dieses System umsetzen zu können.
Tagesplanung für Minimalisten

congerdesign / Pixabay

Fazit für dein Selbstmanagement

Es war eine tolle Erfahrung, diese Methode der Tagesplanung für Minimalisten zu testen, aber dauerhaft ist es dann doch nichts für mich. Trotzdem habe ich etwas ganz Wichtiges aus diesem Test gelernt! Ich werde diese Methode der Tagesplanung ab nun einmal pro Quartal für zwei Wochen durchziehen und das hat drei Gründe:

  1. Man ist gezwungen, sich Gedanken darüber zu machen, welche Dinge man eliminiert, automatisiert und delegiert. Natürlich nicht nur für diese beiden Wochen, sondern dauerhaft.
  2. Man lernt das Setzen von Prioritäten in einer ganz neuen Dimension. Nur sechs freie Plätze auf dem Tagesplan zu haben anstatt drei Quadranten der Eisenhower-Matrix, ist ein enormer Unterschied. Du bekommst ein unheimlich gutes Gefühl für die wirklich wichtigen Dinge, das garantiere ich dir.
  3. Das Gefühl, Multitasking aktiv wahrzunehmen, wird erlernt und geschärft.

Die restliche Zeit bleibe ich bei meiner momentanen Form der Wochen- & Tagesplanung, die ich dir auf SelbstmanagementRocks im Kurs „Wochen- & Tagesplanung, die hält“ erkläre.

Wenn du schon Erfahrung mit dieser Art der Tagesplanung für Minimalisten gemacht hast, freue ich mich, wenn du mir ein wenig von deinen Erfahrungen erzählst. Falls nicht, freue ich mich auf deine Meinung zu diesem Thema. Hinterlass mir dazu doch einfach einen Kommentar.

Genieße deinen Tag!

Liebe Grüße

Thomas

PS: Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch auf meiner Membership-Plattform SelbstmanagementRocks und in meinem Newsletter.

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2017-09-29T11:05:39+00:00 7 Comments

7 Comments

  1. Heike 22. Januar 2017 at 10:00 - Reply

    Guten Morgen, Thomas,
    vielen Dank für den interessanten Podcast. Wirklich ein beeindruckende Methode und dort wo sie funktioniert sicher sehr effektiv. Ich habe auch ca. 20 – 30 Aufgabe pro Tag und kann mir das gar nicht vorstellen mit nur sechs auszukommen. Die Methode stammt aus einer Zeit, in der die Arbeit noch nicht so verdichtet war. Heute hat jeder viele – wenn auch nur kleine – Aufgaben wie z. B. E-Mails checken. Das war vor 100 Jahre schon noch anders. Trotzdem sehr interessant und Danke für’s Teilen.

    Gruß
    Heike

    • Thomas 22. Januar 2017 at 20:20 - Reply

      Hallo Heike!

      Da gebe ich dir vollkommen recht, trotzdem ist es für den einen oder anderen sicher eine spannende Variante.

      Sehr gerne 😉

      Liebe Grüße,
      Thomas

  2. Philipp 23. Januar 2017 at 20:32 - Reply

    Hallo Thomas,

    interessante Methode. Ich plane meinen Tag immer am Vorabend.

    MFG Philipp

  3. Susanne 5. Februar 2017 at 10:38 - Reply

    Hallo Thomas, ich bin für gut 1000 MA an 17 Standorten verantwortlich und arbeite an meinen durchschnittlich 2 Bürotagen pro Woche oft so und es funktioniert mit viel Disziplin. Es macht sehr zufrieden und effizient
    Gruß Susanne

    • Thomas 5. Februar 2017 at 10:40 - Reply

      Hallo Susanne!

      Freut mich zu hören.

      Danke für dein Feedback.

      lG Thomas

  4. Manuela Beßer 27. April 2017 at 19:00 - Reply

    Seit Beginn des Jahres mache ganz regelmäßig die Tageszielplanung und dadurch bin ich effektiv und mir rutscht nichts weg. Ich finde es Klasse und dazu habe ich auch keine App oder ähnliches, sondern Stifte und ein Buch. Diese Struktur ist für mich sehr wichtig und unterstützt meine Selbstdisziplin.

    • Thomas 27. April 2017 at 21:06 - Reply

      Super! Freut mich sehr, dass das bei dir so gut klappt.

      lG Thomas

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